Gottesanbeterin

Da kratzerl ich gemütlich die Blätter vom Nussbaum zusammen….. Bis… hm…. Moment. Da bewegt sich etwas “anders”.

fangschrecke_7164Schnell den Fotoapparat geholt.

Sieht ja aus wie eine Gottesanbeterin. Aber sind die nicht eigentlich grün? Und gibts da mehrere, oder eh nur eine? Lässt sich natürlich alles übers internet herausfinden.

Aber zuerst muss man einmal hinschauen. Hoffen, dass ein Foto auch was wird….

fangschrecke_7160Sieht ja wirklich toll aus. Sehr alienmäßig. Und sie ist gar nicht schüchtern. Den Fotoappart will sie gleich fangen. Sie krabbelt ganz gemütlich über die Blätter, man könnte glauben, sie kann gar nicht fliegen.

Sie kommt dann aber doch zwischenzeitlich auf die Astern, bis die Laubrecherei vorüber ist. Dort gibts noch einen Blick auf die goldbraune Robe

fangschrecke_7190… und weil sie so geduldig ist mit uns, gelingt auch noch eine Aufnahme von vorne…

fangschrecke_7180Ins herbstliche Laub hat sie mit ihrer Farbe natürlich viel besser gepasst.

fangschreckegesamt_7160Schönen Sonntag, ihr Erdlinge!

 

 

 

Eine Orchideen-Prinzessin

Draußen kühl und regnerisch… eine gute Zeit, um die Urlaubsfotos noch einmal zu betrachten. Da war auf Dugi Otok (Kroatien) eine sehr auffällige Blume dabei… und noch nicht die Zeit, um mich “angemessen” um sie zu kümmern.

ragwurz_6236“Angemessen” deshalb, weil sie tatsächlich etwas sehr Besonderes ist. Ich war anfangs begeistert… aber ratlos, was ich da Hübsches vor Augen habe. Erst mit Hilfe von einigen echten Orchideen-Experten habe ich erfahren, dass es eine Varietät einer Bienen-Ragwurz ist, die erst im Jahre 2010 zum ersten Mal beschrieben worden ist (wer genau nachlesen möchte: hier gehts zum thread im Pflanzenbestimmungsforum).

Man gab ihr den Namen Ophrys apifera var. patinata, wegen der schüsselförmigen Unterlippe (im Heft: Berichte aus den Arbeitskreisen Heimische Orchideen 27 (2); 2010).

Dazu muss man wissen, dass die Arten aus der Gattung Ragwurz (Ophrys) allgemein zu starken Spezialisierungen neigen und komplizierte Formen entwickeln, die den unterschiedlichen Bestäubern ein Weibchen vorgaukeln sollen. So gibt es dann Arten wie die Hummel-Ragwurz, oder Spinnen-Ragwurz, und eben auch die Bienen-Ragwurz. An anderer Stelle auf der Insel Dugi Otok habe ich eine Ragwurz (Ophrys scolopax) gesehen, wo noch gut sehen ist, dass auf der Unterlippe ein vorgewölbtes Baucherl einen Insektenrücken nachahmen soll. Das kann je nach Ophrys-Art mehr oder weniger gewölbt, haarig, braun bis fast schwarz, oder auch violett gefärbt und gemustert sein…

Schnepfen-Ragwurz_5990 So stark spezialisiert wird gleichzeitig die Auswahl an Bestäubern klein und es klappt nicht immer so perfekt, dass tatsächlich einer angelockt wird.

Das sieht dann unter Umständen nicht gut aus für die Zukunft der extremen Spezialisten. Bevor sich nun eine Pflanze wegen fehlender Bestäuber mit dem Aussterben abfindet, wird aus der Trickkiste die Selbstbestäubung gezaubert. Ich habe nun gelernt, dass es gerade bei den Bienen-Ragwurzen sogar häufig vorkommt, dass der eigene Pollen auf der Narbe landet. Perfekt. Fruchtenwicklung, und das Leben geht weiter. Vielleicht ist ja nächstes Jahr ein passender Bestäuber für eine bessere genetische Durchmischung zu finden.

Nachdem das ganze Haarkleidgedöns und Nachahmung einer Biene oder Fliege nicht geklappt hat – wird es teurer und überflüssiger Aufwand. Kann man eigentlich zum gleichen Preis gleich weglassen. Es kommt zu einer Entwicklung – eigentlich zurück -  in eine einfachere Form. So eine blaublütige Inzucht habe ich da also entdeckt.

ragwurz_6238Mit diesem Wissen, und der nötigen Zeit beim meditativen Betrachten der vorhandenen Fotos… hab ich gesehen, dass ich diese Selbstbestäubung zufällig sogar auf den Bildern habe. Mich schreckt etwas ab, dass bei den Orchideen wegen ihren Sonderformen alles völlig eigene Bezeichnungen hat… und ich habe beschlossen, die Fachausdrücke beiseite zu lassen. Sonst Ende nie ;-)

Schau einfach “mit mir mit”.  Zuerst auf eine Blüte mit den Pollenpaketen noch in ihrer ursprünglichen Lage, am Beginn der Blütezeit, auf Bestäuber wartend. Achte auf das grüne Gebilde in der Mitte: Unter dem grünen Dacherl sind 2 gelbe Keulen versteckt, mit hübsch geraden Stielen festgemacht.

ragwurz_6249Vielleicht kennst du schon Bilder von Bienen, die solche Pollen-Hörner aufgeklebt bekommen haben. Normalerweise wird dieses Pollenpaket also einem Bestäuber verpasst.

Wenn aber keiner kommt….

dann biegen sich diese geraden Stielchen, und krümmen sich nach unten… und platzieren das Pollenpaket auf die eigenen Narbe.

ragwurzDetail_6244Von vorne hab ich es auch auf einem Bild, leider nicht mit guter Schärfe… aber du kennst dich ja jetzt schon aus ;-)

ragwurz_6246Da hab ich also Chancen, dass ich in einem der nächsten Jahre noch welche vorfinde.

ragwurz_6235Meine starke aber einsame Prinzessin, die sich darauf vorbereitet, wieder völlig neue Wege zu beschreiten.

 

 

Cholesterinsparsam Kochen

Am Anfang steht oft eine ernste (bis sehr ernste) ärztliche Ermahnung….. Mit der Zeit dämmert es, was es konkret bedeutet……. Keine Salami, Wurst am besten überhaupt keine mehr, Leberkäse gaanz schlecht… aber auch so harmlose Dinge wie die gute Milch, sind plötzlich nicht mehr “gut”. Tierisches Fett ist ab nun die Kurzform für Käse, und oje…  fürs beste Schlagobers. Verflixt das alles. Nix darf man mehr.

Ich hab Glück. Mich selber trifft es gar nicht. Aber wenn einer in einem gemeinsamen Haushalt seine Ernährung streng umstellen möchte….. ja, dann ist es mit dem “mich trifft es nicht” schon nicht mehr so weit her. Es wird gemeinsam umgestellt. Eh klar, oder?

Praktisch gesehen… muss wirklich JEDES einzelne Gericht neu angepasst werden. Normale Knödel? Zu viel Ei, mit Butter nicht gespart, und genau genommen…. auch die Milch zu fett.

LinsenmitKnoedelAlso wird das Knödel-Rezept umgestaltet.

  • Statt (viel) Butter, nehmen wir jetzt (weniger) Öl zum Anrösten der Zwiebel. Meistens wird es ein gutes Bio-Sonnenblumenöl. Bio und möglichst vollwertig war mir auch früher schon wichtig.
  • Statt normal-fetthaltiger Milch nehmen wir eine Bio-Leichtmilch.
  • Und mit weniger Ei werden es auch noch gute Knödel

Hier kommt kein Gefühl auf, arm zu sein, auf “alles” verzichten zu müssen… Im Gegenteil: Uns schmeckt die cholesterinsparsam-abgewandelte Variante wirklich, zum Beispiel mit  Linsen. Die sind natürlich auch neu angepasst. Es ist in entfernter Anlehnung an die klassischen Specklinsen entstanden – und schmeckt uns schon längst mit magerem Schinken und Gemüse besser als das Original.

Das ganze Rezept zum Nachlesen  – und gerne auch Ausdrucken – findest du hier:

http://www.saueregger.at/helmut/kochen/LinsenmitKnoedel.pdf

Nicht alles klappt gleich auf Anhieb. Längere Zeit komplett vom Speiseplan verschwunden waren Gerichte, die Schlagobers in der Sauce verwenden. Man könnte wie bei Gerichten in der Mayr-Kur üblich, auch vermehrt Kartoffelsaucen verwenden. Da haben wir noch Potential offen und erst relativ wenig ausprobiert.

Manchmal hilft es auch, die Geschäfte ein wenig abzugrasen, nach Lebensmitteln, die vielleicht bisher noch nie verwendet wurden. So habe ich in der laktosefreien Abteilung eine “Sojasauce” gefunden, die keinerlei Ähnlichkeit mit der üblichen dunklen Sojasauce hat, sondern anstelle von Schlagobers für cremige helle Saucen verwendet werden kann.

So gibt es heute Mittag wieder einmal Spinatspätzle.

spinatspaetzle_4913Früher gab es dieses Mayr-Gericht mit einer Schinken-Obers-Sauce. Dafür verwenden wir jetzt Joya Finesse zum Kochen. Im Frühling dürfen für die Spätzle gerne Bärlauch oder Brennnessel verwendet werden. Jetzt im Herbst gibt es die Version mit Spinat.

http://www.saueregger.at/helmut/kochen/Spinatspaetzle.pdf

Man kann über Ernährung in hitzige Debatten geraten. Auch nicht wirklich “herzgesund” ;-) Wichtig ist es, für sich selbst einen gangbaren Weg zu finden, Rezepte an die eigenen Zielsetzungen anzupassen. Unsere Rezepte sind in einer eigenen Mappe gesammelt. Eine Ringmappe – damit leicht neue Rezepte hinzugefügt werden können. Oder neuerliche Änderungen frisch ausgedruckt und ausgetauscht werden können.

So können wir in Ruhe in Rezepten blättern, die wirklich alle möglich sind. Herkömmliche Kochbücher bleiben zum Schmökern für Zeiten, wo man Zeit und eine positive Stimmung hat, um die Rezepte anzupassen. Hungrig und in Eile kann es frustrierend sein. So kann ich nur wärmstens empfehlen, dir deine passenden und für gut befundenen Rezepte auch aufzuschreiben und an einem Platz zu sammeln. Keine neue Idee – denn auch die Oma hatte schon ihre Rezepte gesammelt in “Omas Rezepteheft”.

Du hast heute wesentlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Telašćica

Der südlichste Teil der Insel Dugi Otok ist Naturschutzgebiet. Bei Seglern bekannt ist dieTelašćica, weil diese langgestreckte Bucht mit noch eingestreuten Inseln  nicht nur sehr schön, sondern vor allem sehr gut windgeschützt liegt.

Am nördlichsten Rand dieser Bucht führt eine Straße entlang, die eine Ansammlung von prächtigen Königskerzen begleiten.

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verbascum_5817Wenn man genauer hinschaut, sehen die oberen drei Staubgefäße wie wuschelige kleine Bürsten aus – ich hoffe, man sieht es, ohne einen näheren Ausschnitt gut genug. Ein Bild, wie es gut zu Verbascum densiflorum, der Großen Königskerze, passt.

Mit Johanniskraut als Begleiter, und eingestreuten Natternköpfen – nein, keine Schlangen, sondern Blüte wie im Bild unten ;-) -  ergibt das einen sehr farbenfrohen Straßenrand.

echium_5830Immer wieder in die Landschaft eingestreut, über andere Pflanzen rankend und dahinkletternd ist auch eine sehr blühfreudige und kräftige Wildrose.

wildrose_5870Landabschnitte und Wasser sind hier manchmal ein wenig schwer zu durchschauen. Und an manchen Stellen trennt auch nur ein relativ schmaler Inselstreifen die geschützte Telašćica-Bucht vom “großen” Meer im Westen – wo die Insel teilweise sehr steil ins Meer abfällt. Es  führen mehrere Wege von der Bucht hinauf zu Aussichtspunkten auf diese Klippen.

klippen_6361klippen_6053Von einem dieser Aussichtspunkte sieht man auf der einen Seite auf die Klippen – wie oben – und auf der anderen Seite auf den kleinen salzhaltigen Binnensee, der auf dieser kleinen Landzunge auch noch Platz findet.

cistus_6065Im Vordergrund die rosa Zistrose ist Cistus creticus, die zu Deutsch die Graubehaarte Zistrose heißt. Sie ist häufig anzutreffen und bildet immer wieder einen hübschen Blickfang.

Der kleine salzige See ist durch die geringe Fläche im Sommer wärmer als das Meer – und wird auch etwas salziger. Mir persönlich ist der größere Salzgehalt nicht aufgefallen. Das Schwimmen war angenehm – und jetzt im Frühsommer war ein bisschen wärmer gerade richtig.

silbersee_6074Er ist aber nicht nur angenehm zum Schwimmen, es führt auch ein sehr bequemer Spazierweg rundherum. Und überraschend gleich neben dem Weg hat mich diese Ragwurz erfreut, besonders weil sie schon weitgehend verblüht war, aber gerade noch diese eine Blüte hatte… (der helle Fleck im Hintergrund ist die Sonne, die sich im See spiegelt…)

ophrys_5985Erfrischt und erfreut fällt mir beim Rückweg noch ein “unbekannter Farbfleck” ins Auge…

verbascum_5948Im ersten Moment habe ich keine Idee, was das sein kann. Und dann seh ich plötzlich…. 3 kleine behaarte Staubfäden… Solche Bürstchen haben wir doch grad vor kurzem gesehen ;-) . Kann das eine Königskerze sein? In dieser Farbe? Mit Nachblättern hab ich sie gefunden. Der Königskerzenverdacht war ganz richtig. Es ist Verbascum phoeniceum, die Violette Königskerze.

Noch einen letzten Blick in die Telašćica-Bucht, diesmal mit Segelbooten…

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Luka

In einer ruhigen Bucht auf der kroatischen Insel Dugi Otok liegt Luka.

luka_5643Der “schlichte” grüne Eindruck im Vordergrund lässt nicht erkennen, dass hier sehr hübsche bunte Schätze in der Macchie und zwischen Olivenbäumen still und im Verborgenen blühen. Ein Tausendguldenkraut mit seinem zarten Rosa begleitet immer wieder die Wege, einzeln, in kleinen Gruppen – oder sogar kleine Flächen bildend.

centaurium_5725So auf Urlaub… kann man ruhig einen näheren Blick auf die hübsch gedrehten Staubgefäße werfen…

centaurium_5746Und manches von dem Rosa… ist gar nicht das Tausendguldenkraut… Farblich nicht so weit entfernt, aber botanisch dafür umso weiter weg, sind es recht prächtige Orchideen, die sich hier so harmlos geben.

anacamptisLuka_5614Und so spaziert man an Blumen und Büschen vorbei… entdeckt wieder neue, oder findet auch wieder gleiche… und trifft ganz sicher auch den einen oder anderen Salbei.

Salbei_5645Herrlich aromatisch sind die Blätter. Denen traut man eine Heilkraft zu. Aber die Blüten…. passt das zum Salbei?

Salbei_5879Gerade den Salbei kennt man ja an der hochgewölbten Oberlippe. Diese Blüte hier hat ja eine fast gerade/waagrechte Linie an der Oberseite, macht gar nicht diesen typischen Salbeiblüten-Eindruck.

Doch das ist ganz richtig so. Der “echte” Salbei, Salvia officinalis,  schaut tatsächlich so aus, mit fast gerader Oberlippe. Na sowas.

Das ist der Vorteil, wenn man Ende Mai auf Urlaub sein kann. Es blüht noch mehr als im Sommer. Lohnender sind solche “Blumenspaziergänge” an Vormittagen – weil viele Blüten am Nachmittag zumachen.

Und wenn du Glück hast…. bekommst du hier sogar wildwachsende Gladiolen zu Gesicht…

gladiole_5761Das ist dann wirklich wow ;-) ….

Nachtfalter-Besuch

Ganz gegen meine Gewohnheit, muss ich heute einmal ein Tier posten. Wenn mir schon einmal ein seltener Gast – in beeindruckender Größe so ins Auge fällt. Einfach so im Garten, und nicht im Schmetterlinghaus.

seitlich_5580Facebook sei Dank hatte ich vor kurzem Fotos gesehen vom Wiener Nachtpfauenauge (auf Facebook Wiener Wildnis)

Trotzdem hab ich ziemlich gestaunt, dass das vermeintliche “Holztrumm beim Bach” – bei näherer Betrachtung zum Schmetterling geworden ist…

Inzwischen hab ich ja schon nachgelesen und im Netz gestöbert und weiß nun, dass das Wiener Nachtpfauenauge (von dem ich bis vor Kurzem noch nichts wusste) 10 bis 16 cm groß werden kann, empfindlich ist auf Spritzmittel, und die Raupen auf Laubbäumen wie Nussbäumen, Haselnüssen, und auch Obstbäumen (Apfel, Zwetschke z.B.) wohnen. Na, da hat er bei uns ja sicher etwas gefunden.

Sehr vorsichtig sind wir ein Stückchen näher heran… wir wollen ja nicht einen riesigen Falter, den wir zum ersten Mal in unserem Leben sehen, gleich wieder verscheuchen. Deshalb haben wir auch nicht nachgemessen, wie groß er wirklich ist…  Wir wollten ihn einfach möglichst wenig stören. Er darf weiter dort sitzen, wo er sich hingesetzt hat.

naeher_5582Offenbar lässt er sich aber eh nicht sehr aus der Ruhe bringen.

Nach den “zarten”  Fühlern zu beurteilen dürfte es ein Weibchen sein. Die Fühler der Männchen sind noch länger gefiedert (und sehen dadurch “federnhafter” aus).

Herzig irgendwie…. so ein großer Falter, und hält sich an einem Grashalm fest…

detail_5568Nachdem er da bleiben mag wo er ist…. versuche ich noch ein Foto von der Falter-Oberseite zu erwischen. Nicht so einfach… weil der Falter am Bachufer sitzt, und an dem Gras mehr hinterrücks nach unten hängt – und ich keine ausfahrbaren Arme habe.

oberseite_5594… hm, tja…  man sieht, dass er auf jedem Flügel ein Auge hat, und ein weißes Band am Flügelrand…und nach vorne zu heller wird. Der pelzige Kerl.

Schön, dass er da war.

massenhaft – fast nur – Bärlauch

Der Frühling schreitet voran. Die Pflanzen wachsen. Und es ist wieder soweit… Bärlauch so weit das Auge reicht …..  feldmit_4877 Aber Holzauge sei wachsam ;-) . Rechts vorne im Bild… da schauts ein bisschen “komisch” aus.

salomonssiegel_4884… da hat sich etwas anderes dazwischen geschummelt. Siehst du es? Oder soll ich noch einmal ein Stück näher gehen…

salomonssiegelzoom_4885Für den Bärlauchsammler ist es eigentlich egal, was es ist. Es ist jedenfalls KEIN Bärlauch. Es stehen eindeutig mehrere Blätter auf einem Stängel.

salomonsssiegel_4892und die jungen Sprosse sind eingerollt.

Da hab ich noch eine Aufnahme, wo sie besser einzeln zu sehen sind: Rechts zwei Bärlauchblätter – und links, der eingerollte Sproß…. sieht sehr maiglöckchenverdächtig aus. salomonssiegel_4868Ist aber zum Glück nur ein Salomonssiegel. Der ist zwar auch giftig, aber kommt an die Gefährlichkeit eines Maiglöckchens nicht heran, sondern führt eher zu Durchfall oder Erbrechen. Auch nicht schön.

Sieht doch sehr anders aus finde ich – und kann man kaum verwechseln. Wenn man nicht grad mit der Sichel alles abmäht.

Noch eine andere Pflanze hab ich zwischen den Beständen gefunden. Wo ich mir auch denke, die kann man doch wirklich nur erwischen, wenn man alles “ungschaut” abmäht…

aronstab_4832Der eine oder andere Aronstab ist also auch schon zu finden. Die Blätter haben einen sehr charakteristischen pfeilförmigen Blattgrund… oder wie könnte man das besser beschreiben? Auch die Blattaderung ist sehr anders.

Aber bei Unachtsamkeit kann er sich schon drunter mischen…

aronstab_4839Du siehst hoffentlich ganz rechts unten im Bild… das Aronstab-Blatt.

Also sei geduldig, pflücke die Bärlauchblätter einzeln… träum nicht ab, sondern achte einfach darauf, was du gerade tust. Sowieso ganz allgemein ein guter Ansatz.

Viel Freude bei der Bärlauchernte!

 

 

Frühling

Obwohl der heurige Winter gar nicht besonders kalt oder lang war, die Freude über die ersten Frühlingsboten stellt sich automatisch ein, wenn das Auge über ganze Flächen mit den vielen vielen weißen Schneeglöckchenblüten streifen darf.

schneegloeckchen_4480Die Wildpflanzenfans freuen sich gleich doppelt, wenn sich auch das frische Grün der jungen Bärlauchblätter dazugesellt.

fruehling_4537

Nicht jedes Jahr ist gleich, und nicht jeder Frühling bringt die Pflanzen in schön geordneter Reihenfolge. Manche Winter sind lang und hartnäckig. In solchen Jahren wird es für die weniger geübten Bärlauchsammler riskant – weil dann auch die giftigen Verwechslungsmöglichkeiten sehr bald aus dem Boden schießen.

Aber so wie heuer, wenn kaum noch etwas anderes wächst, sind die Chancen größer, wirklich auf reine Bärlauchfelder zu treffen.

jungeBlaetter_4577Wenn du dir die charakteristischen Merkmale vom Bärlauch wieder einmal ansehen möchtest, habe ich meine Fotos nach typischen Beispielen gesichtet, auf einer Seite zusammengefasst und oben unter “Wildpflanzen” eingefügt:  Bärlauch

Und für jene, die Bärlauch schon nicht mehr hören oder lesen können… gibt es noch einmal ein zartes Büschel Schneeglöckchen.

schneegloeckchen_4473

Willkommen im Frühling 2014!

 

 

Nebel

Wir verbinden mit Nebel eine Wetterlage, die sich manchem auch schwer aufs Gemüt schlägt, ein bissl triest und traurig macht. Ganz anders ist das für manche Pflanzen auf La Palma, einer der kanarischen Inseln. Dort wo die Sonne scheint… und scheint… und scheint  Gerade jetzt, so mitten drin in “unserem” November, wo wir mit dem Nebel gern ein bisschen hadern, möchte ich euch ein paar hübsche Experten vorstellen, die den Nebel für sich entdeckt haben, als idealen Schutzmantel für die sensible Phase der Blütezeit.

Regen gibt es sehr sehr selten auf den kanarischen Inseln. Was es aber in ganz bestimmten Lagen praktisch täglich gibt, das sind Wolken- bzw. Nebelphasen, wenn sich die feuchte Meeresluft an Berghängen staut.

Nebel_2419

Die Berge zum linken und rechten Bildrand hin sind höher, und was da grad so ein bisschen über den Bergkamm drüberschwappt, ist die aufgestaute Nebeldecke von der anderen Seite. Auf diesem Kamm war ich im Nebel spazieren.

Nebelschwaden ziehen über die Pflanzen hinweg…. manchmal kommt die Sonne ein wenig durch, manchmal sind die Schwaden dichter… Es geht gemütlich (und fast eben) dahin und bunte Blüten begleiten unseren Weg.

cistusNebel_2685Das kam mir alles ganz normal vor. Ich war ja auf einer kanarischen Insel, wo es viele hübsche Pflanzen gibt.

Nur auf dem Rückweg… da dachte ich mir plötzlich… ja, hallo… wo sind die alle hin? Der völlig gleiche Weg… und plötzlich blüht…. “nix”? Okay, da war noch die eine oder andere Pflanzenblüte zu finden, aber diese ganze Pracht.. die war dahin.  Ah, da hängt noch ein letztes Blatt…

cistus_2779Inzwischen hat sich einfach der Nebel aufgelöst, die Sonne scheint… und die Zistrosen haben ihre zarten Blütenblätter abgeworfen. Die Kelchblätter schließen sich fest um den verblühten Rest. Da wird nicht gefackelt. Jetzt heißt es Zumachen und Wasser sparen ;-)

Jetzt bin ich neugierig geworden. Die Blüten der Zistrosen sind nicht mehr zu sehen, weil die Blütenblätter abgefallen sind. Finde ich noch andere “Reste” der bunten Wegbegleiter? Ich finde ;-) pericallis_2786

Wir sind gewohnt, dass sich die Blüten öffnen, wenn die Sonne scheint. Diese Pericallis sp. hier macht dicht. Zumachen, einrollen. Und lieber auf den nächsten Nebel warten. Erst in seinem Schutz zeigt sie wieder ihre ganze Pracht:

pericallis_2669Ich fand das sehr beeindruckend und …. ja, auch überraschend.

Auch die Insekten sind entsprechend angepasst und summen durch die Nebelschwaden…..  auch dann, wenn die vielen Blumen blühen…

cistus_2659Ich wünsche einen schönen restlichen Herbst… und einen freundlichen Blick auf den Nebel, der einfach ist wie er ist…

 

Hilfe, das Klo rinnt !

Es rinnt und rinnt und ist nicht zu stoppen.

Wahrscheinlich schon wieder der verdammte Kalk – oder eine Dichtung, die nun endgültig “ex” gegangen ist. Oder …

Egal, da muss jetzt schnell was geschehen, da rinnen ja jede Minute einige Liter in den Abfluss hinunter. Und ein Zulaufventil, das man einfach absperren könnte, gibt’s ja auch nicht mehr: alles so schön eingebaut und hinter Putz (bzw. hinter Fliesen).

Also erst einmal: Ruhe bewahren! (wenns nur nicht immer so rinnen würde …)

Die Abdeckplatte lässt sich ganz einfach herunternehmen. Ohne Schraubenzieher. Nur mit den Händen dagegendrücken, leicht nach oben und heraunehmen. So sieht es dann aus:

SpuelkastenTotal4189

Das Werkzeug für die weiteren Schritte liegt bereit.

“Erste Hilfe”: Mit einem normalen Schraubenzieher oben in der Mitte das Wasser abdrehen. Gewonnen! Es rinnt nicht mehr.

Der Phillips Schraubenzieher ist für die beiden Schrauben links und rechts, aber so weit sind wir noch nicht – zuerst müssen die beiden Stangen in der Mitte unten raus.

Da es sich bei meinem Ding um einen sogenannten Unterputz Spülkasten von Geberit handelt, habe ich auf youtube gesucht (wo sonst?) und dieses sehr hilfreiche Video gefunden, hochgeladen von 15yoberhg:

Bei mir gab es während der Reparatur noch ein paar kleine Schwierigkeiten, die ich auf diesem Foto eingezeichnet habe:

Spuelkasten500x325

Das “Erste Hilfe” Absperrventil war noch durch die weisse Plastik – Abdeckplatte versteckt. Der Installateur hat die vorgesehene Ausnehmung (vermutlich) sicherheitshalber nicht herausgebrochen, sonst könnten sich Kunden wie ich ja womöglich im Notfall selber helfen …

Die beiden (weissen und grünen) Stangen zur Betätigung der Spülung werden durch eine kleine schwarze waagrechte Platte daran gehindert, sich zu verdrehen und herauszufallen. Mit etwas Überredung (z.B. in der Mitte herausbiegen) lässt sie sich ohne Werkzeug entfernen. Erst dann kann man die weisse und grüne Stange mittels einer Achteldrehung herausnehmen. Aber das ist im Video schon gut zu sehen.

Zum Schluss noch das Ergebnis der Reparatur: eine ganze Menge Kalk, der den Schwimmer und / oder das Ventil blockiert hat.

SpuelkastenKalk400x225

Ohne den ganzen Kalk funktioniert die Toilettenspülung wieder klaglos. Zumindest die nächsten 4-5 Jahre, hoffe ich.