Bärlauch 

Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, dann sieht man schon bei ganz jungen Bärlauchblättern charakteristische Merkmale: 

 

 

 

Junge Bärlauchblätter entrollen sich von beiden Seiten. Die noch eingerollten Blattseiten sind auf der Rückseite beidseitig zu sehen. Die Blätter stehen zwar dicht, aber einzeln. 

Der weiße Blattzipfel ganz in Bodennähe ist nicht immer zu sehen (häufig liegen auch noch dicht die alten Blätter vom Herbst auf dem Boden und verstecken das weiße Häutchen). Das sind Reste der Zwiebel, aus der die Blätter hervorbrechen. WENN ein derartiges Häutchen zu sehen ist, so ist es jedenfalls WEISS!! (-> Maiglöckchen hat dagegen eine eindeutig rötliche oder rot gepunktete Blattscheide!). 

Die dichte Schicht herbstlicher Blätter auf dem Boden (die oben zwar fehlt, aber "normalerweise" vorhanden ist) gibt auch einen wichtigen Hinweis auf den Standort unter Bäumen: Wo im Frühling der Bärlauch wächst, wird im Sommer dichter Schatten sein.

 Aber denk daran: Standortfaktoren können sich ändern. Bäume können gefällt worden sein. Die Bodenfeuchtigkeit (Bärlauch mag es feuchter, Maiglöckchen trockener) kann Veränderungen erfahren -  und die Übergänge können fließend sein.

 

 

 

Oben ist die Unterseite eines Bärlauchblattes zu sehen. Die Blattnerven laufen parallel, also die Länge des Blattes begleitend, sind aber wenig auffällig. Nur der Mittelnerv ist stärker zu sehen. Bärlauchblätter sind schön "grün"... was man hier im Vergleich mit den Schneeglöckchenblättern gut sehen kann. Die Schneeglöckchenblätter haben einen leichten "Blaustich". 

Sollte ein Bärlauchblatt einmal einen Blaustich haben: Finger weg. 

 

 

Hier ist noch einmal eine Gruppe Bärlauchblätter "von vorne", also die Blattoberseiten sind zu sehen. 

Die Blattform ist lanzettlich und am Ende zugespitzt. Ein Mittelnerv ist sichtbar. Die Blätter laufen in Bodennähe in einen Blattstiel über. Falls sichtbar ist ein weißes (!) Häutchen ganz am Boden zu finden. 

Die Blätter sind weich und lassen sich sehr leicht mit der Hand abernten. Bitte verwende keine Schere oder Messer zum Abschneiden (lieber dünne Gummihandschuhe). Denn sind die Blätter sehr fest und lassen sich nicht abreißen...  Finger weg! 

Die Blätter riechen nach Knoblauch, besonders nach Verletzung. Also beim Zerreiben, oder Abreißen. Bitte denk daran, dass der Geruch lange auf deinen Fingern bleiben wird. Nach wenigen Blättern riecht auch das Jausensemmerl nach Knoblauch, und auch jedes andere Ding, das du mit der Knoblauchhand unter deine Nase hältst. 

Die matte Blattunterseite ist in nassem Zustand am schönsten zu sehen. Zu Hause beim Waschen der Blätter ist also noch einmal Gelegenheit deine Ernte zu kontrollieren.  

 

 

 

Die lanzettliche Blattform, der Mittelnerv, die matte Unterseite, die grüne Oberseite... ich hoffe, es gibt bald keinen mehr, der das auch nur mit irgendwas anderem verwechselt.  

 

 

 

 

Wenn die Knospen erscheinen, dann ist die Ernte im Prinzip vorbei. Die Blätter werden auch härter und grobfaseriger. Sie lassen sich nicht mehr so leicht ernten. Und... die giftigen Doppelgänger sprießen auch schon sehr gesellig Blatt an Blatt. 

 

 

Die Kraft wandert nun in die Blüten - und die Blätter beginnen Reserven für das nächste Jahr in die Zwiebeln zurückzutransportieren. 

Bald werden die Bäume ihr dichtes Blattwerk ausbilden - und die ganze Fläche in  Schatten tauchen. Der Bärlauch und die anderen Frühjahresblüher, die die kurze warme und sonnige Phase auszunützen gelernt haben, ziehen sich in den Boden zurück. 

 

Bärlauch Maiglöckchen Herbstzeitlose andere Verwechslungen

 

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